0.090 Du hast die Wahl

15. Februar 2025

Es geht hier nicht um Entscheidungshilfen für die anstehende Bundestagswahl, sondern um die hochpolitische Wirkung, mit der ich tagtäglich im Alltag ständig immer wieder neue Entscheidungen treffe, mit denen ich selbst politische Entscheidungen treffe – auch wenn das im Eigentlichen nicht meine erste Absicht dabei ist.

  1. Wohnen mit Heizen und Elektrizität
  2. Kleiden
  3. Essen/Trinken
  4. Besitz
  5. Mobilität
  6. Beruf/Hobbies/Interessen

Erster Punkt: Wohnen – scheinbar ganz neutral, aber dann alles andere als das:

  • Wir wohnen in einem kleinen Eigenheim mit Garten.
  • Wir besitzen ein kleines Ferienhaus mit kleiner Terrasse.
  • Ich habe ein Wohnmobil, in dem ich im Urlaub wohne, wenn ich alleine fahre.

Diese durchaus üppige Wohnausstattung passt zu unserem Einkommen. Doch dieser Besitz ist nicht abgehoben: Andere leihen sich dies entsprechend: Sie mieten Haus bzw. Wohnung. Sie mieten sich Ferienhaus/Ferienwohnung. Sie mieten Wohnmobil bei Bedarf. Insofern gibt es bei unserem Besitz nicht unbedingt ein ‚Mehr‘, sondern zunächst ein ‚Anders‘. Unser gesichertes Einkommen sowie die berufliche/familiäre Situation ermöglichten uns allerdings die Bindung an diesen Besitz.

Im Räumlichen haben wir einigermaßen großzügige Möglichkeiten. Jeder hat Platz für Interessen, Ablagen, Schlafen und das allgemeine Wohnen. Es gibt keine Enge. Bei Heizung, Strom- und Wasserverbrauch haben wir genauen Überblick, da wir Verursacher sind und dazu die Rechnungen erhalten. Das ist bei einer Miete nicht so, was oft dazu führt, dass der Mieter unkontrollierter Ressourcen in Anspruch nimmt. Er spürt sie ja nicht unmittelbar an den folgenden Kosten.

Besitz führt in unserem Falle dazu, dass wir um unsere privilegierte Situation wissen und darum sparsam mit allem umgehen, damit wir den Besitz auch halten können.

Wir haben uns in der Regel für Besitz entschieden: Besitz ist das Eigene und wir sind dafür verantwortlich. Andere haben darauf zunächst einmal keine Zugriffsrechte. Wir bestimmen das Aussehen, die Einrichtung und was damit geschieht. Eigenheit ist uns offensichtlich wichtig. Wir teilen das Eigentum nur nach eigenem Gutdünken mit anderen. Das trägt durchaus autoritative Züge und muss nicht als ‚ur-demokratisch‘ gelten.

Zweiter Punkt – Kleiden: auch das ein Politikum mit jeder Entscheidung über Kauf, Reparatur, Nichtkauf bzw. Verkauf.

  • Kaufen: Langlebige Kleidung aus möglichst fairer und ökologischer Produktion – das wird leicht zum Wunschtraum für einen viel draußen agierenden Menschen. Es handelt sich ja meist um Funktionskleidung. Allerdings trage ich viele Teile bis zum Verschleiß. Viele andere schaffen aber nicht, bei mir wirklich Gefallen zu finden. Nicht behalten, sondern weitergeben!
  • Reparatur: Meine Sandalen verschleiße ich nur. Meine liebe Gattin repariert so manches gute Stück für mich.
  • Nichtkaufen: Da gilt als Mantra ‚Brauche ich das? – Brauche ich das wirklich? – Benötige ich das wirklich jetzt?‘ Fehler beim Einkauf lassen diesen auch durch Rücksendung fast ungeschehen machen.
  • Weitergeben bzw.Verkaufen bzw. Verschenken: Da nutzen wir einige Möglichkeiten – weitergeben innerhalb der Familie, Verkaufen über Ebay oder Kleinanzeigen oder das Spenden – meist an den Mönchengladbacher Volksverein.

Trotz guter Ansätze quellen die internen Besitz-Lager über vor Teilen, die wir nicht (mehr) wirklich benötigen. Das gilt bei weitem nicht nur für Kleidung.

Dritter Punkt – Essen und Trinken

Es lässt sich auch der Bereich Atmen in den Bereich ‚Ernährung‘ aufnehmen. Zunächst ganz allgemein – von allem das rechte Maß und eher sparsam, aber in guter Qualität – das ist der zentrale Satz, der hier überall gilt (wie auch anderswo…)

  • ‚Atmen‘: Das müssen alle spätestens innerhalb weniger Minuten, sonst herrscht Lebensgefahr. Dieses Thema ist außerdem vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint. Gute Luft ist unverzichtbar. Doch auch Schutz vor Lärm und nächtlicher Lichtbelastung führe ich hier an, weil auch hier Dinge meist ein ‚Zuviel‘ bedeuten, das gesundheitliche Probleme schafft. Ein zu Wenig wirkt sich ebenso schädlich aus. Selbst soziale Kontakte sind so wesentlich wie die Luft zum Atmen – zumindest auf Dauer. Ich bin gerne viel draußen und auch gerne dort, wo die Luft reiner als üblich in der Großstadt ist. Auch Lärm und Nachtlicht meide ich, wo es ohne zu großen Aufwand möglich ist.
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  • Trinken: Dieser Punkt folgt, weil wenige Tage ohne Flüssigkeit schwer zu überleben sind. Ein schwieriges Thema für jemanden, der sehr an Bier und guten Wein gewöhnt ist. Dennoch geht der Trend weg vom Alkohol mit Ersatz durch Milchkaffee (Erbsenmilch), Tee oder einfach stilles Wasser. Etwa 1,4 Liter Nichtalkoholisches geht täglich zur Zeit durch die Kehle. Fruchtsaft und Sprudel werden gemieden. Ich will die Schlepperei von Getränkekisten nicht. Bier also eher in Dosen trotz schlechterer Umweltbilanz. Hier mischt das Alter mit und auch der Wille, für Einkäufe kein Auto zu benötigen.
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  • Essen: Ohne geht es nicht – aber der Verzicht darauf ist etwas weniger schwierig. Während ich bei Getränken weitgehend vegan geworden bin, funktioniert das bei fester Nahrung nicht wirklich gut. Für Wurst und Käse habe ich keinen guten Ersatz gefunden. Ich probiere das immer wieder – in der Hoffnung, dass auch diese Produkte geschmacklich besser werden. Verbands-Bio ist dort aber die Regel; es gibt nicht viele Ausnahmen.
  • Das Problem beim Essen ist für mich die richtige Menge, die richtige Zeit – einfach ein gesundes, sparsames Maß. Mein Übergewicht geht so einfach nicht weg – gepaart mit Bluthochdruck und Blutzuckerkrankheit.
  • Atmen: Hierunter sammele ich auch die weiteren Punkte, die hier noch offen sind. Luft holen und Luft haben sind absolut wesentliche Voraussetzungen für alle Prozesse, für die Energie benötigt wird. Man kommt nur wenige Minuten ‚ohne‘ aus. Gute, saubere Luft strebe ich stets an; ebenso wichtig ist eine gewisse innere Ruhe, ohne die Verkrampfung einen ordentlichen Energiefluss behindert. Es gilt, auf beides stets aufzupassen.
  • Riechen: Angenehmes und Alarmierendes weiß ich noch leicht zu unterscheiden. Ich rieche gut. Zu intensive Düfte mag ich deshalb nicht auf Dauer. Das Riechen ist eine Art fast gegenstandsloser Nahrung.
  • Licht: Zuviel davon schadet ebenso wie zu wenig. Ich liebe helles Tageslicht. In der Nacht habe ich es gerne abgedunkelt – aber Rollladen herunter geht gar nicht. Finsternis schottet ab.
  • Geräusch: Ich höre trotz meines Alters gut und benötige keinerlei Hörhilfen. Hören ist eine Aufnahme von ‚Speisen‘ ohne Materie. Es ist für mich auch wichtig für mein Hobby des Radfahrens. Für die Teilnahme am sozialen Leben ist gutes Hören sehr wichtig.
  • Sehen: Das ist ja auch die Aufnahme von Umweltreizen und daher ebenfalls eine immaterielle Nahrungsquelle. Ich sehe noch gut ohne Sehhilfen. Für meine Nahsicht benötige ich nur ausreichend helles Licht.
  • soziale Kontakte: Dies habe ich bewusst zum Thema Ernährung gesellt. Zwischenmenschlicher Austausch ist gegenseitige Speisung mit Informationen und gefühlsmäßige Zuwendung. Ohne Letzteres fehlt jedem Menschen etwas, was sich weder durch materielles Essen/Trinken noch durch andere sinnliche, immaterielle Ernährungsformen ersetzen lässt. Auch digital ist hier kein vollwertiges Äquivalent zu finden. Soziale Medien aller Art bedingen immer räumlichen Abstand. Man kann sich nicht in den Arm nehmen – dafür aber den anderen jederzeit ‚wegklicken‘.

Vierter Punkt: Besitz

Das obige Foto zeigt meinen mobilen Besitz, mit dem ich durch Raum und Zeit reisen kann. Das ist eine Art von Zelle, die ich zur persönlichen Ruhe betrete und für eigene Unternehmungen verlasse. Dieser nomadische Besitz ist für mich typisch.

Ich wäre gerne fast überall willkommen, um an schönen, ruhigen Plätzen zu stehen und ggf. zu übernachten.

Dazu gehört ebenso mein Radfahren und dementsprechend das Haben von mehreren Fahrrädern.

Das ist ein leichtes Elektrorad von 18 kg, das ich noch tragen kann, das mich aber auch leicht mit meinem alternden Körper über weitere Strecken bewegen kann – auch über stärkere Steigungen. Sowohl Schaltübersetzung als auch Motorisierung ergänzen sich dabei.