3.5 Ökologisch leben – Frieden, Miteinander und Genügsamkeit statt Konfrontation, Aufrüstung und Gewalt

33. Ökologisch leben - Frieden, Miteinander und Genügsamkeit statt Konfrontation, Aufrüstung und Gewalt

Mit den aktuellen Anschlägen in Brüssel wurde die Gewalt-Eskalation ins europäische Machtzentrum getragen und uns vor Augen geführt, wie machtlos wir solchen Aktionen gegenüber sind. Wir dürfen uns auf weitere innereuropäische Aufrüstung einstellen – auf mehr Überwachung, mehr Kontrolle, weniger Freiheiten.

Es bleibt dennoch festzustellen, dass die bisherige Politik der Bedrohung, Bewaffnung, Aufrüstung etc. nicht hilfreich war und ist.

Warum? Jede hergestellte Waffe ist ein Diebstahl gegenüber der Bevölkerung: Statt Waffen herzustellen könnte man mit diesem Geld z. B. Familien, Kinder, Alte , Innovationen und die Infrastruktur sinnvoll unterstützen. Gewalt ist nicht ‚alternativlos‘.

Konzentrieren wir uns deshalb lieber auf ein Zusammenleben in echtem Frieden – ohne Waffen und unter Schonung von Mitmenschen und Natur! Wirtschaften wir ökologisch und nach den Gesetzen der Natur und übersehen wir sie nicht gedankenlos!

Für die jedermanns friedliche Alltagspraxis geschrieben!



„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

(Mahatma Gandhi)


Dies ist ein Versuch, einfache Ideen vorzustellen, die leicht umsetzbar sind, wenn man auch die starken Aber-Geister kennt und im Alltag beachtet, die jedem ökologischen Wirtschaften machtvoll entgegen stehen.
Die gelingende Praxis benötigt einen wachsamen, lebendigen Geist als Begleiter, der wie ein Virenschutzprogramm Bestände und Aktionen scannt und von Schadsoftware bzw. ‚Infektion‘ oder gar Kaperung frei hält.

25. 3. 2016

Ökologisch leben in einer westlichen Industrienation: Geht das überhaupt und wenn ja, wie kann so etwas aussehen?
Naturferner und anti-ökologischer als hierzulande kann man doch kaum leben!
Das Problem liegt weniger auf der materiellen Ebene, denn die zeigt nur sinnlich fassbar die Symptome dieser Geisteskrankheit, die unser Streben und Handeln steuert. Ja unser Denken und Streben entspringt krankem, fehlgesteuertem Geist – auch wenn es wenig schmeichelhaft klingt, selbst davon befallen sein zu sollen.
Mag sein, dass wir uns um eine ‚grüne Lebensweise‘ bemühen; doch im unbewussten Untergrund laufen bei jedem von uns automatische Prozesse ab, die der eigenen Steuerung weitestgehend entzogen bleiben. Genau dort sitzt das, was unsere Integrität stets aufs Neue untergräbt und aushöhlt.
Impulse zu ungünstigen Entscheidungen werden stets aufs Neue von innen wie von außen her angestoßen.

Ein kleines Alltagsbeispiel aus dem Bereich ‚Trinken‘:
Du bist zu Hause und hast Durst. Du greifst in den Kühlschrank und holst eine Bio-Apfelschorle heraus. Lecker!
‚Alles bestens‘, wirst du sagen. Weit gefehlt! In der Regel hältst du jetzt ein Industrieprodukt in der Hand, das in problematischen (weil hormonell wirksamen und nicht wiederbefüllbaren) Plastikflaschen abgefüllt ist. Es wurde zudem über längere Strecken transportiert – von der Erzeugung der Rohprodukte bis zum Verbraucher (also dir) ist viel Material- und Energieaufwand nötig, nur damit du einmal deinen Durst löschen kannst. Es fällt jede Menge Müll an, auch in Form von Emissionen.
Ich will dir hier kein schlechtes Gewissen machen, sondern nur aufzeigen, dass eine wirklich naturnahe und ökologische Lösung viel einfacher und weit weniger aufwändig ist.

Die naturgemäße Alternative: du isst einen frischen Apfel und trinkst dazu ein Glas Wasser. Der Genuss ist vergleichbar, dein Aufwand für den Augenblick kaum spürbar größer. Es gibt jedoch keinen Müll und auch der erforderliche Energieaufwand nebst weiteren Umweltbelastungen entfällt fast vollständig.

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(kein Flaschenwasser, sondern Leitungswasser in einer seit Jahren verwendeten Glasflasche)

Was ich hier nicht will: konventionelle, industrielle Landwirtschaft und Verarbeitung deren Produkte brandmarken. Die sind ohnehin nicht tragbar, weil nicht auf Dauer tragfähig. Böden verarmen, das Grundwasser wird belastet, Pestizide und Herbizide gelangen in die Nahrungskette etc.. Das weiß heute jeder; das ist längst geistiges Allgemeingut – auch wenn das durchschnittliche Einkaufsverhalten eines gewöhnlichen Mitteleuropäers noch eine deutlich andere Sprache spricht.

Mir geht es um eine Veränderung unseres Denkens und Fühlens im Bereich unserer grundsätzlichen Alltagsorganisation. Dieses wird in einem gesunden Zustand nach Einfachheit streben, wenn Grundbedürfnisse zu befriedigen sind.
Einfachheit bedeutet möglichst Naturnähe: die Dinge möglichst so zu nutzen, dass eine unnötig aufwändige Verarbeitung, die in Industrienationen Normalität ist, gar nicht erst in Betracht kommt.
Doch das setzt voraus, dass eine solche von uns erkannt wird, bevor wir nach Wahrnehmung eines Bedürfnisses nach dessen Befriedigung greifen. Denn unsere beim Aufwachsen ausgebildeten Automatismen lassen uns die bequemsten, schnellsten und angenehmsten Lösungen auswählen.

Zum Negativbeispiel oben: Schorle trinken geht schneller und bequemer als Apfel essen und Glas Wasser trinken: Flasche auf – gluck, gluck anstatt Apfel waschen und kauen zusätzlich zum Glas Wasser.

Wer wirklich nachhaltig wirtschaften lernen will, der kommt nicht umhin, in alle seine Entscheidungsfindungen immer wieder den Filter Einfachheit einzubauen, wenn er nicht den üblichen anti-ökologischen Standardlösungen in die Falle tappen will.

Noch ein Beispiel aus dem Bereich ‚Essen‘:
Ein Klassiker ist das Sonntags-Marmeladenbrötchen zum Frühstück. Alles ‚bio‘ versteht sich. Wieder ‚alles in Ordnung‘? Das Aufbackbrötchen aus der Plastiktüte war eingeforen oder/oder eingeschweißt. Es gibt hier auf jeden Fall Müll. Das gilt auch für Margarine (vegane Variante) oder Butter. Weiterhin gilt das fürs Marmeladenglas, das als Einwegverpackung sogar weitaus am umweltschädlichsten von allen Verpackungen daherkommt wegen des viel zu hohen Energieaufwandes. Der Deckel ist innen kunststoffbeschichtet; der problematische Kunststoff in Verbindung mit Lebensmitteln tritt auch hier wieder auf – bei Margarine, Brötchen und Marmeladenglas-Deckel. Hinzu kommt erheblicher Energieaufwand für die jeweilige Produktherstellung von Brötchen sowie den Belägen.

Wie beim Trinken geht es auch hier wesentlich einfacher.
Naturnahe Alternative: z. B. aufgeschlossene oder leicht angekeimte Getreidekörner (am neutralsten schmeckt Nackthafer) mit einer darunter gerührten, in Scheiben geschnittenen Birne.
Das Getreide (keimfähig!) ist lebendige Natur; das gilt ebenso für die Birne und das zum Aufquellen bzw. Aufschließen der Körner verwendete Leitungswasser (KEIN Flaschenwasser!).
Getreide gibt es in der Papiertüte (weiter verwendbar bzw. recyclebar), die eventuell nicht verwendeten Birnenteile kommt auf den Kompost. Es entsteht keinerlei Müll. Auch ist kein weiterer Energieaufwand erforderlich.
Die Gesundheit wird außerdem durch die vitaminreichere, weil naturbelassene Speise gefördert.

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(angekeimter Nackthafer mit Bananenscheiben – noch eine schmackhafte Alternative – alles roh und naturbelassen)

Dennoch würden fast alle automatisch Variante ‚Brötchen‘ wählen. Warum? Einerseits ist das eine Art von kulturellem Archetyp, der uns wie von selbst einfällt, weil er sich durch unsere persönliche Geschichte zog. Andererseits braucht man alle Zutaten nur fertig aus den Ladenregalen mitzunehmen und hat außer dem bisschen Aufbacken keinerlei Aufwand. Wir sind es so gewöhnt. Das ist bequem und angenehm. Außerdem wirken Weizen-Auszugsmehle, das Fett und der Zucker in der Marmelade in ihrer Kombination euphorisierend, was die automatische Wahl äußerst fördert.
Variante ‚frisches Getreide-Müsli‘: Getreidekörner waschen und in einem Keimglas quellen lassen, zweimal am Tag ausspülen und abtropfen lassen, also lange vorher an etwas denken müssen! Nicht ’spontan‘ sein können, sondern planen und organisieren müssen! Das geht in unserer Konsumkultur nur ganz schwer! Dabei gibt es ansonsten kaum Nebenarbeit: Geschirr spülen (das geht mit diesen Zutaten absolut kalt nur mit Wasser, weil keine Fette im Spiel sind) und das war es.
Bei so viel Einfachheit beim Typ Frischkornmüsli erkennst du die Macht der in uns ausgebildeten Automatismen. Obwohl das gesündere und ausgesprochen schmackhafte Alternativmodell am Ende sogar weniger Arbeit macht, wird es wegen seiner relativen Fremdheit eher gemieden – trotz all seiner unbestreitbaren Vorteile.

Gehen wir jetzt eine Stufe tiefer in das ‚westliche Denken‘, wenn es um solche Dinge geht:
Wir sind damit bereits aufgewachsen, dass Dinge aus dem Supermarkt kommen, wo sie meist hoch verarbeitet und aufwändig verpackt in den Regalen liegen – vieles sehr lange haltbar und fast ohne Zubereitung zum Verzehr fertig. Wir haben gelernt:‘ So geht Essen‘! Über den Rest brauchen wir uns keine Gedanken zu machen…
Dagegen die Müslivariante: Keimfähiges Getreide ist selbst im Bioladen kaum zu bekommen; wenigstens aber die unverpackte Birne. Doch im Versand (auch direkt vom Erzeuger) gibt es dieses wertvolle Gut bei vielen Anbietern für kleines Geld – mit dem Verdienst, den der Erzeuger selbst bestimmt für ein gutes Auskommen.
Zurück zum ‚Normalfall‘:
Wer hat schon von klein auf gelernt, stets mit zu bedenken, was die Lebensmittel (meine Alternativen verdienen diese Bezeichnung und sind nicht nur Nahrungsmittel) und deren Erzeugung bzw. Verarbeitung bis zum Essen für Boden, Grundwasser, Wildtiere, Erzeuger und nicht zuletzt die Luft bedeuten? So gut wie niemand. Genau das ist krank: Wie kann man so essentielle, lebenswichtige Fragen ungestellt lassen? Wir haben es von klein auf nicht besser gelernt; wir wurden dumm gehalten.

Noch ein kleiner ‚Set‘ mit Auswirkungen:
Uns wurde es als (zumindest tendenziell) ‚unhöflich‘ beigebracht, ’nein‘ zu sagen und etwas nicht annehmen zu wollen. Ablehnung gilt als ‚unschicklich‘, es trägt den Geruch oder Beigeschmack von Missachtung des Anbietenden. Das gilt umso mehr, als uns ‚Sonderangebote‘ ein besonderes Entgegenkommen eines Anbieters signalisieren sollen – eine besondere Gelegenheit für uns, der nicht nachzukommen auch als eine Art von Dummheit unsererseits gelten würde.
Die Anbieter mit den preislich günstigsten Angeboten sind dann auch meist sehr groß, können ihren Lieferanten und die ihren Erzeugern Preise diktieren, die zu Produktionsweisen auf Kosten von Boden, Wasser, Luft, Tieren und Menschen gehen. Diese Anbieter verstecken vor uns die realen Kosten ihrer Produkte, die irgendwohin in diese Welt hinein verlagert wurden, wo wir es nicht unmittelbar wahrnehmen können.
So wurden wir vorbereitet für allerlei ausgesprochen dümmliche Angebote aus den verschiedensten Bereichen: Kleidung, Nahrung, Fortbewegung, Unterhaltung, Kommunikation, Reisen etc.. Wir sollen uns einbilden, viel einzusparen, um uns möglichst viel ‚leisten zu können‘ und um ’nichts zu verpassen‘, was ja auch als eine Art von Dummheit in der Werbung dargestellt wird.

Dieser Artikel zielt nun auf Alternativen:
Um überhaupt ’nein‘ sagen zu können, wo wir doch allerorten und jederzeit mit Angeboten geradezu bombardiert werden, müssen wir zuerst die Frage stellen lernen, ob wir das gerade impulsiv Angestrebte auch wirklich benötigen.

Wohl bemerkt: Es ist ein großer Unterschied, ob ich auf etwas gerade nur Lust verspüre oder ob ich daran wirklichen Bedarf habe. Etwas nicht zu benötigen ist in unseren Breiten geradezu eine Art von Luxus, den wir uns unbedingt und sehr häufig gönnen sollten.

Mit dem Nicht-Benötigen entfällt die Suche nach dem ‚Genau Richtigen‘, es entfällt ein Kaufakt mit seinen Begleitumständen, es entfällt Einkommensverlust, ggf. die Verpflichtung zu Mehrarbeit (und sei es nur zur Bestandspflege bzw. zur Nutzung) und mit alledem auch Ressourcenbedarf sowie Umweltbelastungen aller Art.

Erst unser ungezügeltes Anspruchsstreben – uns von klein an eingetrichtert und jederzeit wieder aufs Neue gereizt – bewirkt und befeuert die Plünderung unseres Planeten und von allem, was sich für uns instrumentalisieren lässt – wo wir doch in dem Schneeballsystem unserer globalen Wirtschaftsorganisation eine so hervorragende, privilegierte Position einnehmen.
Alles leicht, schnell und jederzeit billig haben zu können: Das ist die Grundbedingung unseres gesellschaftlichen Umfeldes, mit der wir tagtäglich in unseren Lebensfelder ständig zu tun haben.
Wir unterliegen der ständigen Versuchung tagtäglich sehr viele Male mit unseren meist unbewusst getroffenen zahlreichen Entscheidungen.

Es gilt, das ständig neue Fragen nach dem wirklichen persönlichen Bedarf zur festen Gewohnheit zu machen, damit wir nicht vorschnell immer wieder die falschen bzw. unnötig ungünstige Entscheidungen treffen müssen.

Unser ‚Nein‘ zu einem als nicht wirklich wichtigem Bedarf ist ein erster, zentraler Schritt in eine bessere Richtung.

Dem folgt als Zweites die Frage nach der Einfachheit und der möglichst großen Naturnähe (Naturbelassenheit), womit keinesfalls bloß Kleidung und Nahrung gemeint sind.

– Das gilt für Mobilität, in der muskelgetrieber Fortbewegung erst einmal unbedingter Vorrang gegenüber jedem Fahren mit Motorkraft einzuräumen ist.
– Das gilt für das Bauen von Wohnräumen mit Naturmaterialien anstatt von oft problematischen industriellen Baumaterialien.
– Das gilt auch für Wohnungseinrichtung, die zeitlos, dauerhaft und reparierbar sein sollte, mit Verzicht auf problematische Stoffe.
– Das gilt ebenso für Haushaltsgeräte bzw. Werkzeuge jeglicher Art, bei denen der Handarbeit auch erst einmal Vorrang vor Maschinenarbeit eingeräumt werden sollte. Alles sollte plastikfrei, langlebig und zeitlos sein, reparierbar.
Wer besitzt heute schon Möbel und Werkzeuge aller Art, die bereits mindestens eine Generation alt sind?
Obige Liste soll keineswegs vollständig sein.

Damit zu einem weiteren kleinen ‚Set‘ der Industriegesellschaften:
Alles muss möglichst schnell erneuert werden, um des behaupteten allgemeinen Wohlstands willen. Sparsamkeit und Genügsamkeit gelten in diesem Wirtschaftssystem als geradezu kontraproduktiv und somit als unerwünscht. Wer es anders will, wird leicht als Systemfeind angesehen – als wertloses oder gar zerstörerisches Individuum.
Damit sind wir wieder bei dem gleichen Mechanismus, der schon bei unserem als tendenziell ‚unschicklichen‘ Nein zu alltäglichen Standard-Angeboten auf uns einwirkt – mit einem sozialen Druck.
Als soziale Wesen sind wir auf Zugehörigkeit und eine grundsätzliche Anerkennung unserer sozialen Mitwelt angewiesen. Als Störer oder gar Feinde wollen wir nicht wahrgenommen und beurteilt werden.
Doch tappen wir mit unserem ’systemfreundlichen‘ Verhalten nicht immer wieder in die antiökologischen Alltagsfallen? Genau so ist es.

Vergessen wir nicht, worum es in der Sache wirklich geht:
Wir wollen nicht weiter den Ast absägen, auf dem wir selbst sitzen. Dazu müssen wir zwangsläufig sehr häufig Entscheidungen treffen, die diesem aktuell widernatürlich organisierten Wirtschafts-System der westlichen Industriegesellschaften zuwider laufen.
Sind wir deswegen Feinde dieses Systems? Nein, wir richten uns nicht gegen das System, sondern wollen nur unsere Lebensbedürfnisse auf umwelt- und sozialverträgliche Weise befriedigen. Das ist etwas grundsätzlich Verschiedenes.
Wir handeln FÜR uns und nicht gegen ‚das System‘, in dessen Schaltzentralen der Großunternehmen man solcherlei Verhalten sicher als nicht wünschenswert betrachten wird, weil es absolut nicht umsatz- und gewinnfördernd wirkt. Es bleibt aber dabei: Wir handeln für uns und mit Rücksicht auf Mitwelt und alle Mit-Lebewesen aller Art. Wir wirken nicht gegen irgendein System, sondern wir fördern es lediglich nicht (mehr unnötig). Auch das ist etwas Friedliches und nichts Verachtendes, Feindschaftliches, Kriegerisches.

Unser Wirtschaftssystem ist weitgehend nach militärischen Grundmustern organisiert – mit einer hierarchischen Befehlsstruktur. Der Begriff des Managers, der heute CEO genannt wird, bedeutet ‚Chief Executive Officer‘ – auf Deutsch ‚(Die zur Durchführung) Befehle gebendender Offizier‘. Welch verräterische Bezeichnung für eine Leben verachtende Wirtschaftsorganisation!
Doch wer will schon einer zerstörerischen Macht mit jeglichen Gewaltmitteln – auch nicht mit sprachlichen(!) – entgegentreten! Diese Macht ist nichts rein von außen her Geschaffenes: Sie wird von unser aller Handeln mit ihren Machtmitteln versehen; wir selbst verleihen ihr das, was sie so stark erscheinen lässt.
Sich von solchen kriegerischen Mächten abzuwenden und sich Geeigneterem zuzuwenden – um nicht mehr und um nicht weniger geht es hier. Wir sind auf diese Mächte hin gepolt worden; es liegt an uns, uns selbst aus dieser unguten Verstrickung zu befreien. Aus dem System, das antiökologisch organisiert ist, dürfen wir dabei nicht nur keine Unterstützung erwarten; es macht auch keinerlei Sinn, sich ihm in feindschaftlicher Absicht entgegen zu stellen.

Wie gesagt: Es geht um uns selbst und um unsere Bedürfnisse.

Welche Dinge benötige ich wirklich und wem vertraue ich deren Befriedigung an, wenn ich nicht selbst dafür sorgen kann?

‚Billigheimer‘ und das, was man als ‚konventionelles Wirtschaften‘ bezeichnet, kommen hierfür einfach nicht in Frage, weil sie Mitmenschen und Mitwelt in ignoranter wie auch verachtender Weise entgegen treten. Sie sollten von uns keine Aufträge bekommen.

Geld wird ganz nebenbei bei einem menschen- und naturfreundlichen Wirtschaften eine weit weniger wesentliche Rolle spielen als im aktuellen Wirtschaftssystem. Das Spielen = Spekulieren um maximale Vorteile auf Kosten anderer wird nicht mehr so wichtig sein wie heute – wo dem Wunschkunden ein ‚Gratiskonto‘ angeboten wird: Dort ist man sich einig, dass die eigene Kontoführung von denen zu zahlen ist, die als Verlierer im großen Finanzkarussell eben ‚Pech hatten‘. Hier verbündet sich der Privatkunde mit dem Großanbieter in einer teuflischen Allianz, wenn er nicht darüber nachdenkt, woher denn das Geld kommt, von dem die eigene Kontoführung bezahlt wird, die ja nicht umsonst zu leisten ist.

Hier habe ich überwiegend über materielle Bedürfnisse gesprochen. Mindestens ebenso wichtig sind aber auch immaterielle:
Jeder benötigt Zugehörigkeit, Anerkennung, Wertschätzung, Freiheiten im Ausdruck sowie zur Gestaltungeine seiner Lebensmöglichkeiten, eine gewisse Sicherheit und Ausbildung – um nur einige nicht mterielle Grundbedürfnisse zu nennen. Denen Geltung verschaffen zu können ist sicher auch ein entscheidender Teil eines wirklich friedlichen (und damit auch nachhaltigen) Lebens – für sich und seine Mitwelt.

Dieses System ist krank, jedoch nicht unheilbar.
Wir als ausgebildete, entwickelte Individuen haben zum Glück spürbaren Einfluss darauf, wie es mit dessen möglicher Heilung voran geht.
Wir und nicht ein anonymes ‚System‘, hinter dem wir uns verstecken könnten, gestalten die Gegenwart und Zukunft dieser Welt.

Wer sich keine Gedanken macht und nach den bequemsten, angenehmsten, komfortabelsten und billigsten Lösungen greift, der verschlimmert den geistigen, seelischen wie auch materiellen Zustand des Lebens auf dieser Welt.
Wir sind ein Teil von ihr und müssten an deren Gesundheit selbst das größte Interesse haben. Wirken wir also in diesem, unserem eigenen natürlichen Interesse und nicht dumpf als Handlanger der Mega-Strukturen, die uns nur zu gerne wissen lassen, ‚wo der Hase hinläuft’…